Hohlfuß: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft
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Ein Hohlfuß führt zu Druckstellen, müden Füßen und Schmerzen unter Ferse oder Vorfuß. Erfahre, wie du einen Hohlfuß erkennst und was dagegen hilft.
Siehst du an der Innenseite deines Fußes ein auffällig hohes Gewölbe, und berührt der mittlere Teil deiner Fußsohle den Boden kaum? Dann hast du wahrscheinlich einen Hohlfuß. Viele Menschen leben jahrelang völlig beschwerdefrei damit — bis Probleme auftreten: Druckstellen unter dem Fußballen, schnell müde Füße oder immer wiederkehrende Schmerzen nach dem Sport. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Schuhen, passender Unterstützung und ein paar einfachen Übungen kannst du selbst viel tun, um die Beschwerden zu lindern. In diesem Artikel erfährst du, was ein Hohlfuß genau ist, wie du ihn erkennst und was dagegen hilft — und was nicht.
Was ist ein Hohlfuß?
Bei einem Hohlfuß (medizinisch: Pes cavus) ist das Längsgewölbe des Fußes höher als normal. Während ein gesunder Fuß beim Stehen einen Teil der Fußsohle abrollt und das Gewicht gleichmäßig auf Ferse, Außenrand und Vorfuß verteilt, ruht ein Hohlfuß vor allem auf zwei Punkten: der Ferse und dem Fußballen. Der mittlere Teil der Fußsohle trägt kaum mit.
Der Hohlfuß ist damit das Gegenteil des Plattfußes bzw. Senkfußes, bei dem das Gewölbe zu niedrig ist. Beide Fußformen sind weit verbreitet und für sich genommen keine Krankheit — problematisch wird es erst, wenn Beschwerden entstehen. Weil die Auflagefläche eines Hohlfußes kleiner ist, steigt der Druck pro Quadratzentimeter. Genau dort beginnen die meisten Beschwerden: überlastete Druckpunkte unter Ferse und Vorfuß, Hornhaut an Stellen, an denen du sie nicht haben willst, und ein Fuß, der Stöße schlechter abfedert.
Hohlfüße sind außerdem oft steifer als durchschnittliche Füße. Der Fuß federt beim Abrollen weniger mit, wodurch Knie, Hüften und sogar der untere Rücken mehr Stoßbelastung abbekommen. Viele Menschen mit Hohlfuß neigen zusätzlich zur Supination: Sie knicken beim Gehen leicht nach außen weg — das Spiegelbild der bekannten Überpronation.
Ursachen eines Hohlfußes
Ein Hohlfuß entsteht in der Regel nicht, weil du etwas falsch gemacht hast. Die wichtigsten Ursachen im Überblick:
- Erbliche Veranlagung. Die allermeisten Hohlfüße sind angeboren oder familiär bedingt. Kommt der hohe Spann in deiner Familie vor, hast du ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch.
- Muskuläres Ungleichgewicht in Fuß und Unterschenkel. Wenn bestimmte Muskeln stärker ziehen als ihre Gegenspieler, wird das Fußgewölbe über die Jahre allmählich höher. Das sieht man zum Beispiel bei Menschen mit von Natur aus verkürzten Waden oder einer straffen Plantarfaszie.
- Neurologische Erkrankungen. In einem kleinen Teil der Fälle gehört der Hohlfuß zu einer zugrunde liegenden Nerven- oder Muskelerkrankung, etwa der erblichen HMSN (Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung). Typisch ist dann, dass sich die Fußform im Laufe des Lebens deutlich verändert oder zusätzlich Kraftverlust auftritt.
- Folge einer Verletzung. Nach einem schweren Bruch, einer Nervenverletzung oder langem Gips kann sich die Fußstellung verändern und ein höheres Gewölbe zurückbleiben.
Bei Kindern und Jugendlichen, deren Fuß in kurzer Zeit immer hohler wird, sollte das unbedingt ärztlich abgeklärt werden — mehr dazu unter „Wann zum Arzt?".
Symptome: So erkennst du einen Hohlfuß
Einen Hohlfuß erkennst du oft schon an der Silhouette: hoher Spann, deutlich ausgeprägtes Gewölbe und manchmal leicht gekrümmte Zehen (Krallenzehen). Typische Beschwerden, die dazugehören:
- Schmerzen oder Brennen unter dem Fußballen, vor allem nach langem Stehen oder Gehen — der Vorfuß fängt beim Hohlfuß zusätzlichen Druck ab. Anhaltende Schmerzen an dieser Stelle können auch auf eine Metatarsalgie hindeuten.
- Schmerzen unter der Ferse, teils in die Fußsohle ausstrahlend. Ein Hohlfuß ist ein bekannter Risikofaktor für die Plantarfasziitis.
- Hornhaut oder Druckstellen unter Ferse und Fußballen, während die Mitte der Sohle glatt bleibt.
- Schnell müde oder steife Füße, besonders nach dem Sport oder einem langen Tag auf den Beinen.
- Häufiges Umknicken. Durch die Neigung, nach außen zu kippen, ist das Sprunggelenk beim Hohlfuß weniger stabil.
- Ungewöhnlich abgelaufene Schuhe: vor allem am Außenrand der Sohle.
Einfacher Selbsttest: Mach deine Fußsohle nass und stell dich auf ein Stück Karton oder eine Fliese. Siehst du nur Ferse und Vorfuß, mit höchstens einem schmalen Streifen an der Außenkante? Das spricht für einen Hohlfuß. Bist du unsicher, woher deine Schmerzen unter dem Fuß kommen, lies auch unseren Überblick Schmerzen unter dem Fuß: die 6 häufigsten Ursachen.

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Stützt das Fußgewölbe und verteilt den Druck auf die gesamte Fußsohle.
AnsehenWas kannst du selbst tun?
Einen Hohlfuß selbst „geraderichten" kannst du nicht — die Fußform ist, wie sie ist. Die Beschwerden, die dazugehören, kannst du aber sehr wohl beeinflussen:
- Trage Schuhe mit Dämpfung und festem Fersenhalt. Ein Hohlfuß federt Stöße schlecht ab, also muss dein Schuh das übernehmen. Wähle einen Schuh mit gedämpfter Zwischensohle, genug Platz über dem Spann und einer stabilen Fersenkappe.
- Nutze Einlagen, die das Gewölbe stützen und den Druck verteilen. Beim Hohlfuß ruht dein Gewicht auf zwei kleinen Punkten. Eine Einlage, die den Hohlraum unter deinem Gewölbe ausfüllt, lässt die Fußmitte mittragen und nimmt so Druck von Ferse und Vorfuß. Mehr über die Unterschiede zwischen Einlagentypen liest du in Einlegesohlen oder Stützeinlagen: der Unterschied.
- Dehne regelmäßig Waden und Fußsohle. Verkürzte Wadenmuskeln und eine straffe Plantarfaszie erhöhen den Zug auf Ferse und Vorfuß. Die Übungen weiter unten helfen dir dabei.
- Steigere sportliche Belastung langsam. Besonders beim Laufen und bei Sprungsportarten melden sich Hohlfüße schnell. Wechsle harte Untergründe ab und steigere deinen Trainingsumfang schrittweise.
- Halte deine Hornhaut in Schach. Dicke Hornhaut unter Druckpunkten fühlt sich an wie ein Steinchen im Schuh und erhöht den Druck zusätzlich. Entferne sie vorsichtig nach dem Duschen oder lass eine Fußpflege darauf schauen.
- Achte auf deine Sprunggelenke. Knickst du häufig um? Trainiere dein Gleichgewicht (siehe Übung 3) und wähle beim Sport gegebenenfalls Schuhe mit etwas mehr Halt am Knöchel.
3 Übungen bei einem Hohlfuß
Diese Übungen machen Fuß und Wade geschmeidiger und trainieren die Stabilität. Mach sie täglich; nach ein paar Wochen merkst du meist einen Unterschied.
1. Wadendehnung an der Wand
- Stell dich eine Armlänge vor eine Wand und setze das zu dehnende Bein einen großen Schritt nach hinten.
- Halte die hintere Ferse am Boden und das Knie gestreckt, und beuge das vordere Knie, bis du die Dehnung in der Wade spürst.
- Halte die Position 30 Sekunden, wechsle das Bein und wiederhole 3-mal pro Seite.
2. Fußsohle ausrollen
- Setz dich hin und lege einen Tennisball oder eine Flasche unter deine Fußsohle.
- Rolle den Ball 1 bis 2 Minuten ruhig von der Ferse bis zum Fußballen, mit mildem Druck.
- Mach das mit beiden Füßen, zum Beispiel abends vor dem Fernseher.
3. Einbeinstand
- Stell dich auf ein Bein, das Knie leicht gebeugt. Halte zur Sicherheit einen Stuhl in Reichweite.
- Halte die Position 30 Sekunden. Zu einfach? Dann schließe die Augen oder stell dich auf ein Kissen.
- Wiederhole 3-mal pro Bein. Diese Übung trainiert die kleinen Muskeln, die dein Sprunggelenk stabil halten.
Wann zum Arzt?
Ein Hohlfuß ohne Beschwerden muss nicht behandelt werden. Vereinbare aber einen Termin bei deinem Hausarzt, wenn:
- sich deine Fußform in relativ kurzer Zeit deutlich verändert und hohler wird, besonders im Kindes- oder Jugendalter;
- du neben dem Hohlfuß auch Kraftverlust, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in Füßen oder Unterschenkeln bemerkst;
- die Schmerzen trotz guter Schuhe, stützender Einlagen und Übungen nach einigen Wochen nicht nachlassen;
- du sehr häufig umknickst oder sich dein Sprunggelenk dauerhaft instabil anfühlt;
- an den Druckpunkten Wunden oder tiefe Risse entstehen, vor allem wenn du Diabetes hast.
Der Hausarzt kann dich bei Bedarf weiterverweisen: an einen Orthopäden (für Untersuchung und gegebenenfalls orthopädische Maßeinlagen), an die Physiotherapie oder — bei Verdacht auf eine neurologische Ursache — an einen Neurologen.
Unsere Empfehlungen
Beim Hohlfuß dreht sich alles um zwei Dinge: den Druck besser verteilen und Stöße dämpfen. Die Bracefox® ErgoSole Stützeinlagen sind dafür unsere erste Wahl. Die anatomisch geformte Gewölbestütze füllt den Hohlraum unter deinem Fußgewölbe aus, sodass dein Gewicht nicht mehr nur auf Ferse und Vorfuß ruht, sondern über die gesamte Fußsohle verteilt wird. Die feste Fersenschale gibt deinem Sprunggelenk zusätzlichen Halt — angenehm, wenn du leicht nach außen wegkippst.
Bist du vor allem viel auf den Beinen und suchst in erster Linie Komfort für den Alltag, sind die Bracefox® AeroSoll Alltagseinlagen eine gute Wahl. Diese leichten, dämpfenden Einlagen fangen die Stöße ab, die dein steifes Fußgewölbe selbst nicht abfedert, und entlasten so die Druckpunkte unter Ferse und Vorfuß. Treibst du viel Sport, schau dir auch die EnduSole Sporteinlagen an. Unsicher, welche Einlage zu dir passt? Der große Einlagen-Ratgeber hilft dir weiter.

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AnsehenHäufig gestellte Fragen
Ist ein Hohlfuß schlimm?
Meistens nicht. Viele Menschen haben einen Hohlfuß, ohne je Beschwerden zu bekommen. Aufmerksamkeit verdient er erst, wenn Probleme auftreten — etwa Druckschmerzen, müde Füße oder häufiges Umknicken. Diese Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen mit passenden Schuhen, stützenden Einlagen und Übungen gut lindern.
Kann ein Hohlfuß verschwinden oder korrigiert werden?
Die Fußform selbst verändert sich nicht mehr: Ein Hohlfuß verschwindet nicht und lässt sich bei Erwachsenen auch nicht durch Einlagen oder Übungen korrigieren. Die Behandlung zielt deshalb auf die Beschwerden — Druck verteilen, Stöße dämpfen und den Fuß geschmeidig und stabil halten. Nur in seltenen, schweren Fällen wird eine Operation erwogen.
Welche Einlagen eignen sich bei einem Hohlfuß?
Wähle eine Einlage, die den Hohlraum unter dem Fußgewölbe ausfüllt und gut dämpft. So trägt die Fußmitte mit, und der Druck unter Ferse und Vorfuß nimmt ab. Eine feste Fersenschale ist ein Plus, weil Hohlfüße oft etwas instabiler sind. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden kann ein Orthopäde Maßeinlagen verordnen.
Was ist der Unterschied zwischen Hohlfuß und Plattfuß?
Sie sind Gegenpole. Beim Plattfuß ist das Fußgewölbe zu niedrig und (fast) die gesamte Fußsohle berührt den Boden; beim Hohlfuß ist das Gewölbe zu hoch und das Gewicht ruht vor allem auf Ferse und Vorfuß. Beide Fußformen können Beschwerden verursachen, brauchen aber eine unterschiedliche Unterstützung.
Darf ich mit einem Hohlfuß joggen?
Ja, grundsätzlich schon. Bedenke aber, dass ein Hohlfuß Stöße schlechter abfedert. Wähle Laufschuhe mit ausreichend Dämpfung, steigere dein Training langsam und erwäge eine dämpfende (Sport-)Einlage. Bekommst du trotz dieser Maßnahmen immer wieder Beschwerden, lass deine Füße von einem Orthopäden oder Sportarzt beurteilen.
Woher weiß ich sicher, dass ich einen Hohlfuß habe?
Ein nasser Fußabdruck auf Karton gibt einen guten ersten Eindruck: Siehst du vor allem Ferse und Vorfuß und kaum einen Mittelteil, spricht das für einen Hohlfuß. Gewissheit bekommst du beim Orthopäden oder Hausarzt, der auch gleich beurteilen kann, ob deine Beschwerden von der Fußform kommen.